Freitag, 9. Juli 2010

Plagiat: Men At Work fürchten Ruin


Hit-Flötist Greg Ham, der die bekannte "Down Under"-Melodie spielte, sieht sich nach dem Prozess vor dem finanziellen Aus.

Sydney (anu) - Angst vor dem Bankrott: Men At Work-Flötist Greg Ham befürchtet, dass er sein Heim veräußern muss, um die Tantiemen für den Men At Work-Hit "Down Under" zahlen zu können. Die Strafe, die ihm sowie den Songschreibern Colin Hay und Ron Strykert im Zuge einer Plagiatsklage aufgebrummt wurde, übersteigt wohl seine finanziellen Möglichkeiten

Heimliche Nationalhymne nur geklaut

Ein Gericht in Sydney hatte entschieden, dass die Flötenmelodie des 80er-Smashers aus dem australischen Kinderlied "Kookaburra Sits In The Old Gum Tree" abgekupfert ist. Der ursprüngliche Song wurde 1934 von der Musiklehrerin Marion Sinclair für einen Pfadfinderinnen-Wettbewerb geschrieben.

Fast 30 Jahre, nachdem "Down Under" weltweit Charts und Tanzflächen stürmte, muss die Combo blechen: Fünf Prozent der Einnahmen seit 2002 sowie der zukünftigen Erträge bekommt der Musikverlag Larrikin Music, der das Copyright für die Melodie hält.

Damit sind Men At Work scheinbar noch gut davongekommen. Larrikin Music hatte eigentlich 60 Prozent der Tantiemen beansprucht. Der Richter befand diese Forderung jedoch für "maßlos übertrieben und unrealistisch".

Rufmord und Pleite
Greg Ham ist über die Geschichte am Boden zerstört. "Das alles hat so viel von meinem Song kaputt gemacht", klagte er. "Ich hasse es, dass alle das Lied so in Erinnerung behalten werden. Und ich bin enttäuscht, dass man sich bloß dadurch an mich erinnern wird, dass ich etwas geklaut haben soll."

Der Keyboarder, Saxophonist und Flötist fürchtet die Kosten, die auf ihn zukommen werden: "Ich werde nie wieder einen einzigen Cent sehen, den wir durch den Song verdient hätten. Wir haben enorme Prozesskosten am Hals. Am Ende werde ich mein Haus verkaufen müssen."

Kopie oder kulturelle Referenz?
Verdutzt zeigt er sich auch über den Plagiatsvorwurf: "Niemand hat etwas bemerkt, noch nicht mal ich, und ich hab die Scheiß-Melodie gespielt. Ich war einfach nur auf der Suche nach etwas, das australisch klingt. Das kam dabei heraus. In der Musik ging es außerdem immer schon darum, sich auf etwas zu beziehen, das in unserer Kultur bereits verankert ist."

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