Freitag, 5. März 2010

Mann verwundet Sicherheitsleute vor Pentagon

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Sie fragten nach dem Ausweis, da zog er seine Waffe und eröffnete ohne Warnung das Feuer: Ein Mann hat vor dem US-Pentagon Sicherheitskräfte angegriffen. Die Polizisten schossen zurück und verwundeten den Angreifer einem Zeitungsbericht zufolge tödlich.

Washington - Der Zwischenfall ereignete sich am Donnerstagabend in der US-Hauptstadt Washington: Offiziellen Angaben zufolge eröffnete ein Mann an der U-Bahn-Station vor dem Pentagon um 18.40 Uhr Ortszeit ohne Vorwarnung das Feuer auf Sicherheitsbeamte. Beim folgenden Schusswechsel wurde der Angreifer laut "New York Times" tödlich verwundet, zwei Wachleute wurden verletzt.

Da sie schusssichere Westen trugen, sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Dem Bericht der "New York Times" zufolge starb der Angreifer, ein 36 Jahre alter US-Bürger, in der Nacht in einem Krankenhaus. Die Kugeln der Sicherheitskräfte hatten ihn in Kopf und Schulter getroffen. Das Pentagon, in dem rund 26.000 Menschen arbeiten, wurde zeitweilig abgeriegelt. 

Über die Hintergründe des Angriffs gibt es bislang keine genauen Informationen. "Es gibt eine Theorie, aber es handelt sich lediglich um eine Theorie", sagte Pentagon-Polizeichef Richard Keevill. Der Täter habe sich "ziemlich ruhig" verhalten. Auf die Frage nach seinem Ausweis habe er eine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet. Die U-Bahn-Station soll auch während der morgendlichen Rush-Hour am Freitag für Untersuchungen der US-Bundespolizei FBI geschlossen bleiben.

Türkische Politiker drohen USA wegen Völkermord-Vorwurf

Türkischer Außenminister Ahmet Davutoglu: "US-Regierung muss Resolution blockieren"

Der Ton zwischen Ankara und Washington verschärft sich drastisch: Türkische Spitzenpolitiker verlangen von der US-Regierung, die Armenien-Resolution des Kongresses zu blockieren. Andernfalls seien die bilateralen Beziehungen gefährdet.

Washington/Ankara - US-Präsident Barack Obama preist die Türkei gerne als "Brücke" zwischen der islamischen Welt und dem Westen. Doch das Verhältnis zwischen den Verbündeten hat sich nun drastisch abgekühlt. Auslöser ist eine Resolution des auswärtigen Ausschusses des US-Kongresses, in der die Verfolgung der Armenier als "Völkermord" bezeichnet wird.
 
 
Die türkische Regierung wies den Vorwurf scharf zurück. "Wir verurteilen diese Resolution, die der türkischen Nation ein Verbrechen anlastet, das sie nicht begangen hat", hieß es in einer Erklärung. Die Entscheidung des Ausschusses habe "in den Augen des türkischen Volkes keinen Wert", sagte Präsident Abdullah Gül. 
 
Zugleich warnte Gül vor möglichen Folgen der Resolution für die Annäherung zwischen der Türkei und Armenien sowie für die Beziehungen zum Bündnispartner USA. Der Kongress müsse einen "historischen Fehler" berichtigen, zitierten türkische Medien Parlamentssprecher Mehmet Ali Sahin. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu drängte die US-Regierung, die Resolution zu blockieren. Ankara bestellte zudem seinen Botschafter zu Konsultationen in die Heimat. 

Trotz scharfer Warnungen der US-Regierung hatte der Ausschuss das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als "Völkermord" eingestuft. Die Mitglieder stimmten mit einer knappen Mehrheit von 23 zu 22 Stimmen für die Resolution. In der nicht-bindenden Erklärung forderten sie Obama auf, die "systematische und vorsätzliche Auslöschung von 1,5 Millionen Armeniern klar als Völkermord zu qualifizieren". Außerdem solle er sicherstellen, dass die Erinnerung an diese Ereignisse während des Ersten Weltkriegs Teil der US-Außenpolitik sei. 

"Deutschland hat die Verantwortung für den Holocaust akzeptiert", sagte der Ausschussvorsitzende Howard Berman. "Für die Türkei ist es jetzt Zeit, die Realitäten des Genozids an den Armeniern zu akzeptieren." Das werde am Ende auch die Demokratie in der Türkei und die amerikanisch-türkischen Beziehungen stärken.

Immer wieder Verstimmungen wegen Armenier-Frage
 
Das Votum des Ausschusses könnte den Weg zu einer Plenarabstimmung im Repräsentantenhaus freimachen. US-Präsident Obama hatte im Wahlkampf angekündigt, das Massaker als Völkermord klassifizieren zu wollen, kam dieser Zusage bisher allerdings nicht nach.

Im US-Kongress gibt es seit Jahren Bestrebungen, die Verfolgung der Armenier als Völkermord anzuerkennen. Zu ähnlicher Verstimmung war es bereits 2007 gekommen, als derselbe US-Kongressausschuss ebenfalls eine "Völkermord-Resolution" verabschiedete. Nach heftigem internen Widerstand wurde das Dokument aber nicht im Plenum verhandelt. Die Türkei ist Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs und ein wichtiges Nato-Mitglied. Die USA nutzen unter anderem Stützpunkte in der Türkei, um ihre Truppen im Irak zu versorgen.

Hunderttausende Tote nach Vertreibungen
 
Bei Vertreibungen und Todesmärschen waren zwischen 1915 und 1917 nach armenischen Angaben mehr als 1,5 Millionen Armenier getötet worden, nach türkischen Angaben zwischen 250.000 und 500.000. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei allerdings vehement bestritten. Die christlichen Armenier hätten an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es in der Türkei zur Begründung. Im Osmanischen Reich lebten gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis zu 2,5 Millionen Armenier. Heute sind sie im Nachfolgestaat Türkei nur noch eine kleine Minderheit.

Anfang Oktober 2009 unterzeichneten die Außenminister der Türkei und Armeniens ein Protokoll zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Ankara wolle nun trotz des US-Votums den Friedensprozess vorantreiben, sagte Außenminister Davutoglu.

Der armenische Außenminister Edward Nalbandjan hat die US-Resolution begrüßt. Er bezeichnete den Beschluss als "wichtigen Schritt auf dem Weg zur Unterbindung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Nalbandjan begrüßte, dass die USA "an humanitären Werten" festhielten. Mehrere Organisationen der armenischen Minderheit in den USA nannten den Beschluss "einen Triumph der Gerechtigkeit".

Pater stellte Fotos halbnackter Schüler ins Web

Sonderermittler Thomas Pfister soll die zahlreichen Missbrauchsfälle an der Klosterschule Ettal aufdecken. Sein Zwischenbericht offenbart brutale Gewalt und sexuelle Übergriffe, denen Schüler über Jahrzehnte ausgesetzt waren. Die Rede ist von einer Liste "voller Grausamkeiten".

Ettal - Thomas Pfister sprach 45 Minuten lang, zitierte aus E-Mails, Briefen und Gesprächen mit rund hundert Betroffenen, die sich in den vergangenen Tagen an ihn gewandt und von ihrer Zeit im bayerischen Benediktinerkloster Ettal berichtet haben. Es waren Zeugnisse des Grauens, die der Sonderermittler bei einer Pressekonferenz am Freitag vortrug - dabei präsentierte der Jurist nur eine Auswahl der ihm zugetragenen Vorfälle. Das Fazit: Das Ausmaß der Gewalt, das Schüler des Klosters in vergangenen Jahrzehnten erleiden mussten, ist offenbar weit größer als bislang angenommen.
Die erschütternden Vorgänge seien zwar verjährt, schloss der Rechtsanwalt. Wenn sie aber von weltlichen Gerichten verhandelt worden wären, hätten sie wahrscheinlich zu jahrelangen Haftstrafen geführt. Eine "systematisch praktizierte Kultur des Wegschauens und Verschweigens" im Kloster habe den Tätern ihr Treiben erleichtert. Er werde "Tag und Nacht" von ehemaligen Schülern kontaktiert, sagte Pfister. 
 
Zudem berichtete er von einem aktuellen Fall, in dem ein Klostermitglied gestand, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen und in den Jahren 2000 und 2001 Fotos halbnackter Schüler auf Homosexuellen-Plattformen ins Web gestellt zu haben. Die Bilder waren bei einem Wanderurlaub entstanden, die abgebildeten Jungen waren mit nacktem Oberkörper fotografiert worden. Dies sei der Hintergrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Kloster in dieser Woche gewesen. Bei der Razzia wurde der Rechner des Mannes beschlagnahmt.

Pfisters Schilderungen zufolge gab es zudem auch Ende 2009 noch Fälle, in denen zwei Schüler der fünften Klasse körperlich von einem Pater gezüchtigt wurden. 

"Prügelstrafen waren an der Tagesordnung" 

Ohne "eine falsche Solidarität" seien die Taten nicht möglich gewesen, sagte Pfister. Mit anderen Worten: Zwar wurden die Missbrauchshandlungen offenbar nur von wenigen Mönchen begangen. Diese schikanierten und quälten jedoch zahlreiche Opfer über Jahrzehnte - ohne dass die Leitung des Kloster dagegen vorgegangen wäre. Viele der früheren Schüler, die sich gemeldet haben, wiesen ausdrücklich darauf hin, dass der Leitung das Treiben der Pater nicht verborgen geblieben sein könne - zumal viele der Züchtigungen nicht im Geheimen stattfanden. 

"Prügelstrafen waren an der Tagesordnung. Alle wussten davon. Keiner konnte davon nichts mitbekommen haben", schrieb einer der Betroffenen dem Sonderermittler. Die Handlungen seien möglich gewesen, da "keine reale Aufklärungsgefahr" bestanden habe. Mit anderen Worten: Weil Verantwortliche den Missbrauch über Jahre geschehen ließen. 

Ein Pater habe Dutzende Kinder nacheinander geschlagen, der Ermittler sprach in diesem Zusammenhang von "Massenschlägen". "Es herrschte der absolute Terror", schrieb einer der früheren Schüler. 

Ein Bericht "voller Grausamkeiten" 

Die heute erwachsenen Männer schilderten viele der Patres als Sadisten, die große Freude daran hätten, die Jungen zu demütigen. So soll einer der Mönche die Jungen genötigt haben, Päckchen der Eltern nur in seiner Gegenwart zu öffnen - um die besten Geschenke für sich beanspruchen zu können. 

Ein heute erwachsener Mann bezeichnete die Zeit im Kloster als "schlimmste Zeit meines Lebens". Auch in den achtziger Jahren sollen die Schüler mit großer Brutalität misshandelt worden sein. Ehemalige berichten von Kopfnüssen, Schlägen mit der flachen Hand, Reißen an den Haaren. "Ich selbst kann gar nicht erzählen, wie oft ich geschlagen worden bin", schrieb einer der heute erwachsenen Männer. 

Anfang der achtziger Jahre soll ein Schüler sich umgebracht haben, indem er Lösungsmittel trank - inwieweit dies eine Konsequenz der Umstände war, lasse sich heute nicht mehr rekonstruieren, so Pfister. 

Der Ermittler bezeichnete seinen Bericht als "zehn Seiten voller Grausamkeiten". Er sprach von "unterlassener Hilfeleistung", die dazu führte, dass einige Patres über Jahre walten und Kinder missbrauchen konnten. "Man ließ die Männer in direkter Nähe zu den Kindern gewähren." 

Einer der beschuldigten Mönche, Pater Magnus, der 2009 verstorben ist, schilderte vor seinem Tod in einem "Bekenntnis", wie sich der von ihm begangene Missbrauch aus seiner Sicht darstellte: Demnach suchten die Jungen allnächtlich seine Nähe, wollten "gestreichelt" werden. 

Ein früherer Schüler, der heute als Arzt arbeitet, kommentierte in einem Schreiben an Pfister: "Die Neigung des Paters war ein offenes Geheimnis. Es ist schwer vorstellbar, dass die Leitung, die sonst äußerst aufmerksam war, dies nicht mitbekommen haben soll."

Laut Pfister soll in Ettal möglicherweise auch ein Pater sexuell missbraucht worden sein. Er sei dazu mit einem früheren Ettaler Pater im Gespräch, der sich an ihn gewandt habe, berichtete der vom Kloster eingesetzte Sonderermittler. Angaben zum Täter machte er nicht.

Donnerstag, 4. März 2010

Podolski zofft sich mit TV-Reporter



Poldi im Duell mit Walter Samuel.Poldi im Duell mit Walter Samuel.
Was war da los in der Interview-Zone? Lukas Podolski und DSF-Reporter Christian Ortlepp hatten sich plötzlich mächtig in der Wolle.
Offenbar hatte der TV-Mann den Kölner Nationalstürmer verbal provoziert, anschließend gab ein Wort das andere. Podolski, aufgrund der Niederlage offenbar genervt, soll Ortlepp aufs Handy geschlagen haben.
Dann ging der Kölner raus in Richtung Bus, wollte sich etwas abkühlen. Doch er kam nochmal herein, ließ sich auch von einem Sicherheitsbeamten nicht aufhalten, wollte Ortlepp offenbar zur Rede stellen. „Komm, komm, komm“, rief Podolski durch dir Glasscheibe. Geschlagen habe er nicht, versicherte Poldi.
Was der TV-Reporter kurz darauf gegenüber EXPRESS bestätigte. „Lukas ist nicht handgreiflich geworden“, so Ortlepp: „Er hat meinen Spruch offenbar in den falschen Hals bekommen und die Nerven verloren. Aber das ist kein Problem, es ist alles wieder in Ordnung.“
Na, Gott sei Dank. Samstag spielt Poldi mit dem FC gegen Ex-Klub Bayern – dann hoffen die Kölner Fans auf einen gut gelaunten Stürmer.
Inzwischen sagte Poldi auf der Website des DFB: "Ich fühlte mich von ihm in der Mixed-Zone durch einige Anmerkungen zum Spiel provoziert. Darüber habe ich mich geärgert und ihm deshalb deutlich meine Meinung gesagt. Ich habe ihn aber nicht geschlagen. Wenn ich mich im Ton vergriffen habe, entschuldige ich mich dafür."
Bundestrainer Jogi Löw: „Natürlich war bei Poldi die Enttäuschung über die Niederlage groß und dann reagiert man unmittelbar nach dem Spiel oft sehr emotional. Trotzdem ist seine unbeherrschte Reaktion nicht zu rechtfertigen. Er hat das auch sofort eingesehen und sich deshalb für seine Wortwahl entschuldigt. Dies akzeptieren wir so. Oliver Bierhoff und ich haben ebenso wie der Präsident gestern Abend schon ein Gespräch mit Lukas geführt und ihm klar gemacht, dass er da an sich arbeiten und künftig besser unter Kontrolle haben muss.“

"Wir bedauern es sehr" — Portal Amerika21


Raúl Castro und Luiz Inácio "Lula" da Silva
"Wir bedauern es sehr"Havanna. Am 24. Februar nahm Kubas Staats- und Regierungschef Raúl Castro vor der brasilianischen Presse Stellung zum Tod des inhaftierten Orlando Zapata Tamayo. Der 42-jährige war am Vortag an den Folgen eines mehrwöchigen Hungerstreiks gestorben. Bei einer Pressekonferenz im Beisein des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio "Lula" da Silva am Hafen Mariel, rund 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Havanna, entgegnete Raúl Castro:
"Wir bedauern es sehr. Er wurde zu drei Jahren verurteilt, aber im Gefägnis hat er Straftaten begangen, aufgrund derer sich die Strafe erhöhte. Danach (im Verlauf des Hungerstreiks, d. Red.) wurde er in unsere besten Krankenhäuser gebracht. Er ist gestorben und wir bedauern das sehr.
Leider haben wir in dieser Konfrontation mit den USA viele Kubaner verloren, sie wurden vor allem Opfer des Staatsterrors. Unter ihnen sind ungefähr 5000 Tote und behinderte Menschen, ohne die weiteren Tausende von Verletzten zu zählen, die wieder genesen sind, einschlieβlich Diplomaten, die im Ausland ermorden wurden und Vermisste in anderen Länder.
An dem Tag, an dem die USA entscheiden, mit uns in Frieden leben zu wollen, werden alle diese Probleme enden und wir werden viele weitere Probleme überwinden können. Wir müssen uns ganz einfach daran gewöhnen, respektvoll miteinander zu leben.
Sie sagen, dass sie das mit uns besprechen möchten und wir sind gewillt, mit der nordamerikanischen Regierung alle Probleme zu besprechen, die sie thematisieren möchten. Ich habe das drei Mal im Parlament wiederholt: alle, alle, alle. Wir werden die Gespäche aber nicht akzeptieren, wenn sie nicht in absoluter Gleichheit beider Partner erfolgen. Sie können recherchieren oder alle Fragen über Kuba stellen. Aber wir haben auch das Recht, Fragen zu allen Problemen in den USA zu stellen.
Wir akzeptieren von keinem mächtigen Land oder und keinem Bündnis wie der Europäischen Union das Recht auf Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten. Dennoch sind wir bereit, über alles zu sprechen.
Während eines halben Jahrhunderts haben wir hier keinen Menschen ermordet, hier wurde kein Mensch gefoltert, hier wurde niemand außergerichtlich exekutiert. Dennoch wurde hier auf Kuba gefoltert: Dies geschah aber auf dem Marine-Stützpunkt von Guantánamo, nicht auf dem von der Revolution regierten Territorium."

Die NATO im NAZI-Jargon

Haus für Haus nach Taliban durchsucht – US-Soldaten in Mardscha (16. Februar 2010) Foto: reuters
Nach der Offensive auf die als »Taliban-Hochburg« bezeichnete Ortschaft Mardscha plant die NATO einen noch größeren Sturmangriff auf Kandahar. Wenn es darum gehe, den Aufständischen jeglichen Boden zu entziehen, dann müsse die »Geburtsstadt der islamistischen Bewegung« gestürmt werden, zitierte die Agentur DAPD am Wochenenende »Regierungskreise in Washington«. Insofern sei die Einnahme von Mardscha nur ein »taktisches Vorspiel« gewesen oder, wie es US-General David Petraeus nannte, »die erste Salve«. Zur Beschreibung ihres militärischen Vorgehens und vermeintlicher Erfolge bei der Kriegführung greifen NATO-Besatzer und Mainstreammedien mittlerweile ohne Skrupel auf Begriffe aus der Nazizeit zurück.
US-Soldaten haben nach eigenen Angaben die »letzten Widerstandsnester« in Mardscha »beseitigt«, hieß es am Samstag etwa. US-Hauptmann Joshua Winfrey wurde von DAPD und anderen Agenturen mit den Worten zitiert: »Im Grunde kann man sagen, daß Mardscha jetzt gesäubert ist.« Allein die Wortwahl erinnert an die Partisanenbekämpfung im Zweiten Weltkrieg. Für die »Beseitigung von Widerstandsnestern« und die »Säuberung von Ortschaften« waren Wehrmacht und SS in Südost- und Osteuropa gefürchtet und berüchtigt. Schon damals war der Widerstand gegen die Besatzer als »terroristisch« diffamiert und skrupellos bekämpft worden.
Die Mainstreammedien übernehmen aber nicht nur die Wortwahl, sondern auch den Inhalt der NATO-Pressemitteilungen unkritisch und ohne jede Distanz. So war am Sonntag, zwei Wochen nach Beginn der Offensive »Muschtarak« (Gemeinsam) in der Provinz Helmand, mehrfach zu lesen, »US-Marineinfanteristen und afghanische Soldaten, die im Stadtzentrum kämpften«, seien »zu ihren am Nordrand stationierten Kameraden vorgedrungen«. Tatsächlich handelt es sich bei Mardscha um eine kleine, überschaubare Ansammlung von Lehmhäusern, kilometerweit umgeben von parzellierten Feldern (mutmaßlich Mohnanbau) und einzelnen Gehöften. Daß Mardscha unter »Kontrolle« der Besatzer sei, war bereits am 17. und 25. Februar gemeldet worden, einschließlich jeweiliger Fahnenhissung im »Stadtzentrum« (jW berichtete).
In den kommenden Monaten soll nun die zweitgrößte Stadt Afghanistans »Priorität« in der Kriegführung haben. Kandahar ist eine Hochburg und »gewissermaßen die Hauptstadt« der Taliban, sagte ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung laut AFP. Die »Rückeroberung« der Stadt sei daher »ein Ziel für 2010«. Der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Turjalai Wessa, bestätigte laut DAPD, daß ein solcher Plan auch bei seinem jüngsten Besuch bei der Zentralregierung in Kabul besprochen worden sei. Er habe bereits internationale Hilfsgruppen kontaktiert, damit die zu erwartenden Flüchtlinge mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln und anderen Gütern versorgt werden könnten. Demnach wird mit bis zu 10000 Flüchtlingen gerechnet.
Der Bundestag hatte am Freitag beschlossen, nunmehr 5350 deutsche Soldaten für die Kriegführung am Hindukusch zur Verfügung zu stellen. Laut AFP sind zur Zeit 121000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert.

Wir verstehen was vom Krieg – Bundeswehrradio

Klar, »kriegsähnliche Zustände«, wie der deutsche Verteidigungsminister den Krieg in Afghanistan nennt, machen keinen Spaß, wenn der Soundtrack, den die Bundeswehrsoldaten dabei hören, nicht stimmt. Trotzdem nimmt der Frontsender Radio Andernach natürlich Rücksicht auf die Befindlichkeiten der afghanischen Bevölkerung. Die soll nämlich, da immerhin geschätzte vier Prozent der Afghanen deutsch können, in ihren Wertvorstellungen nicht verletzt werden – deshalb können Musikwünsche der deutschen Soldaten nicht immer erfüllt werden, wie das Magazin Rolling Stone berichtet.

Die Soldaten wollen offenbar am liebsten zu Rammstein, Bushido oder Böhse Onkelz das Beil, äh, das Bein schwingen. Doch für Hauptmann Wahl von Radio Andernach stellt das rollende »R« des Rammstein-Sängers ein gewisses Problem dar: »Hier kann es zu einer verzerrten Darstellung und Wahrnehmung Deutschlands im Ausland kommen«. Und nicht etwa durch Deutschlands »Verteidigung« am Hindukusch. Als allgemeine Vorsichtsmaßnahme werden Rammsteinlieder deshalb nicht so oft gespielt, wie sie gewünscht werden. Die harten Militärs vertragen das halt, wenn bei Bushido ein volles Magazin entleert oder Fotzen an die Wand geklatscht werden. Ohne gleich zu Terroristen oder Frauenunterdrückern zu werden, versteht sich.

Karnevalshits wie »Viva Colonia« werden ebenfalls aussortiert: Denn sich zu den vermutllich aus dem Dolby Surround Soundsystem im Panzer dringenden Zeilen »Da simmer dabei, das ist prima« in die Luft sprengen zu lassen, sei ja nun wirklich nicht zumutbar, so Wahl. Aber vielleicht sind die Radiomacher auch nur zu morgenmuffelig für harten Gangsterrap und Karnevalskracher, wenn sie ab sieben Uhr afghanischer Zeit zu senden anfangen. Nicht zu vergessen: die extremen Wetterbedingungen.

Mittwoch, 3. März 2010

Temor a un tsunami en Concepción tras una fuerte réplica del terremoto

Habitantes de la ciudad chilena de Concepción corrieron hacia las zonas altas ante el temor a un tsunami por un temblor de 5,9 grados en la escala Richter registrado hoy a las 14.45 hora local (17.45 GMT), con epicentro a 53 kilómetros al noroeste de esa población.

La alarma se sucede cuatro días después del terremoto de 8,8 grados que la madrugada del pasado sábado devastó una amplia zona del centro y sur de Chile, con un balance provisional de 799 muertos y dos millones de damnificados.

Según el Servicio Geológico de Estados Unidos, se registró un segundo seísmo pocos segundos después del anterior, esta vez de 6 grados en la escala de Richter, con epicentro localizado también bajo el mar a 84 kilómetros al suroeste de Talca, capital de la región del Maule.

Bomberos de Concepción alertaron hoy a la población del peligro de tsunami, aunque las autoridades descartaron posteriormente esa posibilidad, según constató Efe.

"La magnitud no corresponde a la alerta de un tsunami", dijo un portavoz de la Oficina Nacional de Emergencia (Onemi) en Santiago con base en un informe del Servicio Hidrográfico y Oceanográfico de la Armada (SHOA).

Cientos de personas, entre ellas miembros de los equipos de distribución de ayuda y mantenimiento del orden, huyeron despavoridos hacia los cerros de las afueras de Concepción.


Zinswetten: Deutsche Bank unterliegt vor Gericht

Die Deutsche Bank hat im Rechtsstreit um riskante Zinswetten vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Stuttgarter Oberlandesgericht verurteilte sie zur Zahlung von mehr als 1,5 Millionen Euro Schadenersatz an einen Kunden.

Dabei ging es um sogenannte "Zinsswaps", bei denen letzlich damit spekuliert wird, ob die langfristigen Zinsen stärker steigen oder fallen als die kurzfristigen.

Die Stuttgarter Richter kritisierten, die Deutsche Bank habe die Verträge so konstruiert, dass der Kunde wahrscheinlich einen Verlust erleide. Zudem beanstandete sie "fehlerhafte Informationsunterlagen" der Bank.


(Urteil Az.: 9 U 164/08)