Interkulturelle Nachrichten
Hier werden Informationen ausgebracht welche die Welt im kleinen bewegt.
Generell soll hier hintergründig informiert werden über Themen und Ereignisse, die wir, die lokale, nationale und internationale Gesellschaft (nicht immer) erfahren (wollen).
Montag, 1. März 2010
Apple räumt Kinderarbeit ein
Mittwoch, 5. August 2009
China: Junge in Camp für Web-Süchtige erschlagen
Der Junge war erst einen Tag zuvor von seinen Eltern in das Lager im Süden Chinas gebracht worden, um dort seine angebliche Internet-Abhängigkeit zu behandeln. Schon nach seiner Ankunft war er auf verschiedene Weise bestraft und unter anderem wegen zu langsamen Laufens von den Aufsehern angegriffen worden. Später sei er dann erschlagen worden, so der Vater des Jungen.
Die Familie des Jungen hatte umgerechnet rund 800 Euro für die einen Monat dauernde Behandlung gezahlt. Die chinesische Regierung war erst vor kurzem gegen einige Camps für Internet-Süchtige vorgegangen, weil dort unter anderem Elektroschocks zur Behandlung der "Patienten" eingesetzt wurden. In China gilt Internet-Sucht als Krankheit, weil zahlreiche Jugendliche angeblich ihre Zeit ausschließlich mit Spielen und anderen Online-Aktivitäten verbringen.
Dienstag, 4. August 2009
Überläufer berichten von burmesischen Atomplänen
Von Hasnain Kazim, Islamabad
Ein Frachter mit rätselhafter Ladung, ein mysteriöses Tunnelsystem, Einkauf von Nuklearmaterial: Überläufer bestätigen Indizien, dass Burma sein Militär aufrüstet - und möglicherweise sogar eine Atombombe plant. Hilfestellung leistet ausgerechnet Nordkorea.
Bill Clinton ist ein Hoffnungsträger: In Pjöngjang will er die Gespräche mit Nordkorea über das Atomprogramm wiederbeleben und dafür sorgen, dass zwei dort inhaftierte US-Journalistinnen wieder freikommen. Umgekehrt setzt auch Nordkorea Hoffnungen in den ehemaligen US-Präsidenten: Sein sorgfältig inszenierter Besuch soll das völlig isolierte Land in die Weltgemeinschaft zurückführen. Der Besuch hat für beide Seiten hohen Symbolwert.
Doch die Hoffnungen auf eine bessere Stimmung werden von Nachrichten aus Burma, einem ähnlich isolierten und verarmten Staat wie Nordkorea, getrübt: Burmesische Überläufer berichten von den atomaren Bemühungen der dortigen Junta - und betonen die tragende Rolle Nordkoreas, aber auch Russlands, bei der nuklearen Aufrüstung.
Einem Bericht der "Bangkok Post" zufolge soll einer der zwei Überläufer mit dem Namen "Moe Jo" in Russland eine Ausbildung erhalten haben, um ein rund tausend Mann starkes Bataillon zur Bedienung von Atomwaffen aufzustellen und zu trainieren. Der andere, "Tin Min", habe als Buchhalter für einen dem Militärregime nahestehenden Geschäftsmann gearbeitet. Beide Männer bestätigten demnach die Vermutungen von Experten, dass Burma an einem eigenen Atomprogramm arbeite.
Burma verweist auf Nutzung für Nuklearmedizin
Australischen Wissenschaftlern zufolge berichten die Überläufer außerdem, dass Burma mit Hilfe Nordkoreas innerhalb von fünf Jahren in der Lage sei, eine Atombombe zu bauen. Das Land verfüge demnach über Möglichkeiten zum Uranabbau und zur Uranverarbeitung sowie über zwei Reaktoren: einen zivilen in Magwe und einen zu militärischen Forschungszwecken in Naung Laing.
"Tin Min" bezeichnete burmesische Angaben, die Anforderung nuklearen Materials aus anderen Ländern diene medizinischen Zwecken, als "Unsinn". "Wie viele Krankenhäuser in Burma haben Abteilungen für Nuklearmedizin? Burma ist kaum in der Lage, die Stromversorgung zu gewährleisten", zitiert die "Bangkok Post" den Mann.
Im Nachbarstaat Thailand wurden der Bericht der Zeitung und die Angaben der Wissenschaftler mit Sorge aufgenommen. Man werde die Aussagen sorgfältig überprüfen, heißt es im Außenministerium in Bangkok. Eine Sprecherin betonte jedoch, man könne sich nicht vorstellen, dass Burma die Vereinbarung, Südostasien frei von Atomwaffen zu halten, verletzen werde. Brunei, Burma, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam hatten den Vertrag 1997 unterzeichnet. In thailändischen Geheimdienstkreisen hieß es am Dienstag, es gebe bislang keine Beweise für ein burmesisches Atomprogramm.
Generäle baten Russland um Waffenlieferung
Mutmaßungen über das Interesse der Militärregierung in Burma, das die Junta Myanmar nennt, kursieren schon seit Jahren: So kritisierte das US-Außenministerium im Frühjahr 2004 atomare Hilfe aus Moskau - die zwar nach offiziellen Angaben für rein zivile Zwecke vorgesehen war, doch Washington erklärte, "Terroristen" könnten in den Besitz von nuklearem Material gelangen. Die eigentliche Sorge aber war, dass die Generäle von Burma das Material in Wahrheit für militärische Zwecke nutzen könnten.
Der Argwohn der Weltgemeinschaft nahm zu, als Burma vor zwei Jahren mit Russland eine Kooperation zum Bau eines kleinen Atomreaktors vereinbarte. Damals war bekannt geworden, dass die russische Energiebehörde Rosatom Burma beim Bau eines Forschungsreaktors unterstützen werde. Die Generäle in der neuen Hauptstadt Naypyidaw und Moskau schlossen einen Vertrag über die Errichtung der Anlage.
Die burmesische Exil-Zeitung "Mizzima" berichtete kürzlich von einem streng geheimen Dokument, wonach die Nummer zwei und die Nummer drei in Burma, die Generäle Maung Aye und Thura Shwe, in Russland für Rüstungskooperationen geworben hätten. So sollten burmesische Studenten in Russland Atom- sowie Luft- und Raumfahrttechnik studieren dürfen. Außerdem baten sie um die Lieferung russischer Kampfjets, Kriegsschiffe und Raketen.
Sorge vor Destabilisierung der Region
Im Juni dieses Jahres dann sorgte der nordkoreanische Frachter "Kang Nam 1" mit unbekannter Ladung für Aufregung. Das Schiff, auf dem Experten als Ladung Waffen vermuteten - Kriegsgerät, das das Land wegen der Unterdrückung von Kritikern und Minderheiten aus dem Westen kaum bekommt -, war auf dem Weg nach Burma. Erst als der internationale Druck auf Nordkorea wuchs und der US-Zerstörer "USS John McCain" das Schiff verfolgte, drehte der Frachter ab. Seit den Atomtests Pjöngjangs müssen sich nordkoreanische Schiffe gemäß Uno-Resolution 1874 kontrollieren lassen.
Außerdem halfen nordkoreanische Ingenieure den burmesischen Generälen dabei, ein weit verzweigtes Tunnelsystem in Naypyidaw sowie in einer weiteren Stadt anzulegen. In diesen Kommandozentralen sollen sich die Militärs im Krisenfall verstecken können. Burmesische Generäle hatten zuvor ähnliche Tunnelsysteme in Nordkorea besichtigt.
Ende Juli erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton auf einem asiatischen Sicherheitsforum in Thailand, sie befürchte eine militärische Zusammenarbeit von Nordkorea und Burma. Ein möglicher Verkauf von Kerntechnik, sagte sie in Phuket, würde für eine Destabilisierung in ganz Südostasien sorgen.
Mittwoch, 27. Mai 2009
Trockengelegt
Sonntag, 21. Oktober 2007
Mutmaßlicher Kinderschänder fleht um Hilfe
Bangkok - N. äußerte sich gegenüber einem Kamerateam der Nachrichtenagentur Reuters, um seine Verwandten um Hilfe zu bitten - "nur um sicherzugehen, damit ich wieder rauskomme", sagte er. "Das ist alles. Helft mir raus!" Es gebe noch keine Anklage, "noch nicht. Ich stand noch nicht vor Gericht". Der Verdächtige gab keine Auskunft darüber, was er als nächstes vorhat: "Kein Kommentar darüber jetzt, danke."
N. war am Freitag in der Stadt Korat im Nordosten Thailands festgenommen worden. Vorausgegangen war eine landesweite Fahndung nach dem 32-Jährigen, der beschuldigt wird, in Vietnam und Kambodscha mehrere Jungen vergewaltigt zu haben.
Der Kanadier hatte mehr als 200 Fotos von sich ins Internet gestellt, auf denen er den Vorwürfen zufolge kleine Jungen sexuell missbraucht. Zwar ist sein Gesicht digital unkenntlich gemacht, Computerspezialisten des Bundeskriminalamtes war es jedoch gelungen, daraus ein Bild zu rekonstruieren, das dem Verdächtigen sehr ähnelte. Interpol hatte dann Anfang Oktober die Fotos im Internet veröffentlicht. Erste Aufnahmen des Gesuchten waren der deutschen Polizei schon 2004 zugegangen.
Den thailändischen Ermittlern zufolge haben mehrere Opfer N. auf den Fahndungsfotos erkannt. Drei Jungen hätten angegeben, der Kanadier habe sie in einem Appartement in Bangkok zum Oralsex gezwungen. Der thailändischen Polizei ist eigenen Angaben zufolge noch mindestens ein weiteres Opfer des Mannes bekannt. Dem Verdächtigen werden ähnliche Vergehen auch in Kambodscha und Vietnam zur Last gelegt. Einige der sexuell misshandelten Jungen sollen erst sechs Jahre alt gewesen sein.
Interpol zufolge war N. jahrelang als Sextourist um die Welt gereist. Er lebte zeitweise in Thailand und hat bis vor kurzem in Südkorea als Englischlehrer gearbeitet. In der vergangenen Woche floh er von Südkorea nach Thailand. Bei einer Verurteilung müsste N. bis zu 20 Jahre in Haft.
Freitag, 19. Oktober 2007
Pädophiler Englischlehrer schweigt
Der Kanadier mit dem Spitznamen «Vico» ist in der drittgrössten Stadt Thailands, Nakhon Ratchasima, im Nordosten des Landes festgenommen worden, nachdem er vergangene Woche überstürzt aus Südkorea abgereist und dann in Thailand untergetaucht ist.
Der Verdächtige hat möglicherweise hunderte Jungen und Mädchen missbraucht, wie der thailändische Polizeichef in Bangkok sagte. Einige von ihnen könnten demnach jünger als zehn Jahre gewesen sein. Er sei «eine ernsthafte Bedrohung für die Gesellschaft».
Fahndungserfolg dank Handy
Beamte hatten nach Angaben der Polizei das Mobiltelefon des thailändischen Freundes des Gesuchten geortet und waren so auf dessen Versteck gestossen.
Anschliessend wurde der Festgenommene nach Bangkok gebracht, wo er in Handschellen der Presse präsentiert wurde. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
Minderjähriges Opfer sagte aus
Die thailändische Justiz hatte aufgrund von Aussagen eines neunjährigen mutmasslichen Missbrauchsopfers Haftbefehl erlassen. Der Kanadier war als Englischlehrer in Asien tätig gewesen und soll mehrere Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der Mann war von Interpol identifiziert und weltweit zur Fahndung ausgeschrieben worden.
Diese Festnahme ist für die Polizeiorganisation Interpol eine Warnung an alle weltweit gesuchten Verbrecher. Interpol und die Polizeidienste der 186 Mitgliedstaaten hätten «neue und mächtige Mittel», um solche Verbrecher zu jagen, wo auch immer sie sich versteckten, sagte Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble in Lyon. Dazu gehöre auch das Internet und die Öffentlichkeit.
Katastrophe in Karachi
Ein Selbstmordanschlag mit mehr als 130 Toten hat am Donnerstag (18.10.07) in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi eine Parade zur Rückkehr der früheren Regierungschefin Benazir Bhutto in ein Blutbad verwandelt. Fast 400 Verletzte wurden laut Rettungskräften in Krankenhäuser eingeliefert. Bhutto selbst kam nicht zu Schaden. Präsident Musharraf erklärte, die Verantwortlichen müssten sich auf eine "abschreckende Strafe" gefasst machen. Hunderttausende Menschen hatten der Oppositionspolitikerin zuvor einen triumphalen Empfang bereitet, als sie nach acht Jahren Exil in ihre Heimat zurückgekehrt war.
"Dutzende Leute rannten als Flammenbälle umher. Dreck und Trümmer wurden in den nächtlichen Himmel geschleudert. Die Straßen waren übersät mit Leichen ", berichtete ein AP-Fotograf, der Augenzeuge des Anschlags wurde. Die meisten der Opfer seien Männer gewesen. Viele von ihnen hätten die Prozession auf Motorrädern begleitet.
Bhuttos Ehemann beschuldigt Geheimdiest
"Das war ein gegen Benazir Bhutto gerichteter Terrorakt", sagte Innenminister Aftab Sherpao. Er geht von einem Selbstmordattentat aus, da die Fernzündung von Sprengsätzen wegen der an den Sicherheitsfahrzeugen angebrachten Störsender nicht möglich gewesen sei. Zu möglichen Hintermännern wollte er sich nicht äußern. Bhuttos Ehemann machte unterdessen den pakistanischen Geheimdienst für den Anschlag verantwortlich.
Nach dem Anschlag hat Bhuttos Volkspartei (PPP) eine dreitägige Trauer ausgerufen. In dieser Zeit würden die Parteiflaggen in ganz Pakistan auf Halbmast gesetzt und schwarze Flaggen als Zeichen der Trauer gehisst, berichteten pakistanische Medien. Politiker aus der ganzen Welt verurteilten den Anschlag scharf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon war nach Angaben seiner Sprecherin "entsetzt" über den "terroristischen Bombenanschlag". Er vertraue darauf, dass nun alle politische Kräfte zusammen handeln werden, um die nationale Einheit zu stärken.
20.000 Sicherheitskräfte im Einsatz
Wegen Drohungen des Terrornetzwerkes El Kaida glich bei der Rückkehr Bhuttos einer Festung: 20.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um die Oppositionspolitikerin zu beschützen. Bhutto stand bei der Parade auf einem umgebauten Lastwagen, der mit schusssicheren Scheiben ausgerüstet worden. Doch Bhutto blieb nicht hinter den Scheiben, sondern stellte sich demonstrativ davor, um ihre Anhänger zu grüßen. Erst kurz vor der Explosion kletterte sie in das Innere des Wagens.
Der Polizeichef von Karachi sagte, vor dem Selbstmordanschlag sei eine Granate in die Menge geworfen worden. Die genaue Zahl der Attentäter blieb zunächst unklar. In ersten Berichten war von zwei Explosionen in unmittelbarer Nähe des Konvois die Rede. Bhutto zog sich nach dem Anschlag in das Anwesen ihrer Familie zurück. Eine für Freitag geplante Kundgebung vor Anhängern sagte sie ab.
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Sex-Opfer sagen gegen Kinderschänder aus
Drei thailändische Jugendliche haben der thailändischen Polizei ihre Kontakte mit dem weltweit gesuchten mutmasslichen Kinderschänder Christopher Paul Neil geschildert. Die Jungen gaben an, im Alter von 9, 13 und 14 Jahren von dem Kanadier für sexuelle Handlungen geringfügig bezahlt worden zu sein.
Die Behörden in Bangkok kündigten noch für Donnerstag die Ausstellung eines Haftbefehls gegen Neil an. Zugleich erklärten sie, dass ihnen noch mindestens ein weiteres Opfer bekannt sei.
Opfer teilweise sechs Jahre alt
Dem Verdächtigen werden ähnliche Vergehen auch in Kambodscha und Vietnam zur Last gelegt. Einige der sexuell misshandelten Jungen sollen erst sechs Jahre alt gewesen sein.
Grenzbeamte wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Der 32-Jährige, der sich seit Jahren seiner Festnahme entzieht, war am Donnerstag nach Thailand eingereist und dann untergetaucht.
Gesicht rekonstruiert
Bei dem Gesuchten handelt es sich laut Interpol um einen Englischlehrer, der an Schulen in Südkorea, Vietnam und Thailand gearbeitet hat.
Die internationale Polizeibehörde hat Anfang Oktober im Internet Fotos des Verdächtigen veröffentlicht, der seit Jahren als Sextourist durch die Welt reist. Spezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) hatten das Gesicht des Mannes rekonstruiert, das dieser auf hunderten Internet-Fotos unkenntlich gemacht hatte.
Montag, 5. Februar 2007
800 tote Schildkröten an indischer Küste angespült
An Bangladeschs Stränden waren insgesamt etwa 200 tote Tiere entdeckt worden. Einige hätten ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm, sagten Behördenvertreter des Bezirks Cox's Bazar im Osten des südasiatischen Landes. Zahlreiche Schildkröten seien über eine vier Kilometer lange Strecke entlang der Strände gefunden worden, andere auf der vorgelagerten Insel St. Martin.
Fischer berichteten zudem von toten Delfinen. Der Tod der Tiere könnte Ozeanologen zufolge mit der steigenden Umweltverschmutzung im Golf von Bengalen zusammenhängen.
Dienstag, 30. Januar 2007
Hu Jintao: Afrikas Lieblingsgast
Es blieb nicht bei leeren Worten. Neben einer intensiven Reisediplomatie war besonders der China-Afrika-Gipfel in Peking im November 2006 wichtig. Bereits die Dimensionen dieses Treffens waren gewaltig: 1700 Delegierte aus China und Afrika kamen zusammen, 48 afrikanische Staaten waren vertreten, davon 41 durch ihre Staats- oder Regierungschefs. Peking war im Ausnahmezustand - die Hälfte der Autos war zur Verkehrsberuhigung von den Straßen verbannt, die ihrerseits durch gewaltige Poster mit afrikanischen Motiven geschmückt waren.
Besser als der Westen
Am Ende des Gipfels standen die "Pekinger Erklärung" und ein "Aktionsplan bis 2009". Neben der üblichen Konferenz-Rhethorik standen konkrete Hilfszusagen in diesen Papieren: So will China innerhalb der nächsten drei Jahre fünf Milliarden Dollar an Krediten vergeben. China - selbst noch Empfänger von Entwicklungshilfe - will seine eigene Hilfe für Afrika verdoppeln.
Daneben schlossen chinesische Firmen Investitionsabkommen mit elf afrikanischen Staaten in Höhe von knapp zwei Milliarden Dollar ab. Trocken merkte in Peking der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi zu den neuen Verhältnissen an: "China hat heute mehr Mittel zur Hand, um Afrika bei der Überwindung seiner ökonomischen Schwierigkeiten zu helfen und hat bereits einen spürbaren Einfluss auf Afrikas wirtschaftliche Zukunft
Finstere Handelsstruktur
Aufwändige Gipfeltreffen wie in Peking betrachtet Dirk Messner, Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn, vor allem unter symbolischen Aspekten. Aber auch die sei eben wichtig, sagt Messner. China halte Afrika für einen strategischen Partner. Die westlichen Industrieländer dagegen würden die afrikanischen Länder in der Regel als "verlorene Fälle in einer Woge von politischer und ökonomischer Instabilität wahrnehmen". Das führe dazu, dass China in Afrika sehr positiv gesehen werden - "als neuer Partner, mit dem man neue Initiativen entfalten kann".
Die neuen Initiativen haben zu einer Explosion des Handels geführt. Der hat sich seit 2000 vervierfacht, auf 50 Milliarden Dollar jährlich. Bis 2010 soll er sich noch einmal verdoppeln. Allerdings sieht die Handelsstruktur aus wie zu finstersten Zeiten des Kolonialismus: Afrika exportiert Rohstoffe, insbesondere Rohöl und unverarbeitete Metalle. Im Gegenzug importiert es dafür chinesische Konsumgüter wie Kleidung, Plastikprodukte oder Elektrogeräte.
Keine politische Einmischung
Langfristig droht damit für Afrika die Gefahr, in der Rohstoff-Falle gefangen zu werden. Eine eigenständige Verarbeitung der Rohstoffe wird immer schwieriger. Das sehen inzwischen auch afrikanische Kritiker so. Auf dem Weltsozialgipfel in Nairobi fragte der kenianische Sozialwissenschaftler Isaac Mbeche daher kritisch: "Will die chinesische Regierung eine ernsthafte Partnerschaft mit den Ländern Afrikas, oder will sie nur Afrikas Rohstoffe ausbeuten?"
Aus westlicher Sicht gibt es einen weiteren Kritikpunkt, erläutert Messner: "Dass China in Afrika mit Regimes zusammenarbeitet, die in ihrer Menschenrechtspolitik und in Bezug auf die politischen Systeme inakzeptabel sind". Ein Beispiel ist Sudan, das die zweite Station von Hu Jintaos Afrika-Reise wird. "Khartum ist zu einem der wichtigsten Öllieferanten für China geworden. Aber der Energieverbündete belastet Peking auch. Der Westen drängt Peking, endlich seinen Einfluss auf das Regime zu nutzen, um die humanitäre Krise in Darfur zu lösen. Bislang allerdings ist noch jeder Versuch einer Internationalisierung der Darfur-Krise an Chinas Veto im Weltsicherheitsrat gescheitert."
"Die regierenden Klassen des Westens sind arrogant"
Wang Hongyi, Afrika-Experte vom Institut für Internationale Beziehungen in Peking, erläutert die chinesische Position: "Wie soll man mit anderen Staaten umgehen? Über diese Frage hat China eine andere Meinung als der Westen. Chinas Maxime der Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder entspricht der Charta der UN. Sie ist das grundsätzliche Prinzip der chinesischen Diplomatie und hat sich in der Praxis bewährt."
Es erstaunt wenig, dass diese Haltung bei den Regierenden in Afrika gut ankommt. Für sie wird es einfacher, wenn China Kredite vergibt, ohne zugleich gute Regierungsführung zu fordern oder die betroffene Bevölkerung an den Maßnahmen zu beteiligen. Das Statement des ugandischen Staatschefs Yoweri Museveni beim Afrika-Gipfel in Peking sprach für sich: "Die regierenden Klassen des Westens sind arrogant, und überheblich. Sie mischen sich in die Angelegenheiten anderer Leute ein, während die Chinesen bloß mit dir handeln."
Negativ-Seiten: Kein Technologietransfer
Dennoch ist der Beitrag zur Infrastrukturverbesserung unübersehbar - und die Chinesen beeindrucken durch ihren Pragmatismus und ihre Effizienz, sagt Afrika-Experte Wang Hongyi: "Afrika kann mehr von der Zusammenarbeit mit China als mit dem Westen profitieren. Um mit China zusammenzuarbeiten, brauchen sie keine politischen Bedingungen zu erfüllen."