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Mittwoch, 10. März 2010

Freundschaftsreise in die USA endet mit Nacktscanner-Eklat

Eine Delegation pakistanischer Politiker sollte in den USA den neuen Geist der vertieften Partnerschaft beider Länder kennenlernen - doch die Reise nach Washington wurde zum Fiasko. Die Gäste sollten am Flughafen körpergescannt werden. Sie verweigerten sich empört. Und werden nun als Helden gefeiert.

Der Reiseplan war fein ausgearbeitet. Sechs pakistanische Politiker sollten sich in den USA davon überzeugen, wie sehr die Amerikaner an einer verstärkten Zusammenarbeit mit ihrem Heimatland interessiert sind. Treffen mit Obamas Spitzenberatern standen auf dem Programm, ein Besuch im Pentagon, einer im Nationalen Sicherheitsrat. Dazu eine Unkostenpauschale von 200 Dollar pro Tag und Person. Die Gastgeber in Washington hatten sich Mühe gegeben.

Doch als die Gruppe dann zu einem Inlandsflug von Washington nach New Orleans aufbrechen sollte, kam es nach einem Bericht der "New York Times" zum Eklat. Sicherheitskräfte am Ronald-Reagan-Airport hätten die Pakistaner aufgefordert, sich einer zusätzlichen Kontrolle zu unterziehen: einem Körperscan.

Die Untersuchungen mit den umstrittenen Geräten wurden nach dem versuchten Flugzeuganschlag eines Nigerianers am ersten Weihnachtstag 2009 verstärkt. Seither steht Pakistan wie 13 weitere islamische Staaten auf einer Liste von Ländern, deren Staatsangehörige verschärfte Sicherheitsmaßnahmen über sich ergehen lassen müssen - doch die sechs Pakistaner am Ronald-Reagan-Airport weigerten sich. Das Flugzeug nach Louisiana startete ohne sie.

Schon zu Jahresbeginn regte sich Protest, dass die USA ein Land auf die Liste setzen, das als verbündet gilt. Nun zeigt sich, dass die Wut darüber keineswegs verflogen ist - im Gegenteil.

Man habe ihn und seine Kollegen aus einer Menschenmenge aussortiert, berichtet der Zeitung zufolge Senator Abbas Khan Afridi, der Delegationschef. Die Kontrolleure hätten sie gebeten, beiseite zu treten und einem maschinellen Körperscan zuzustimmen. Akhunzada Chitan, einer der sechs, empört sich: "Sich einem Körperscan zu unterziehen, entblößt einen - und dieses Entblößen eines Einzelnen entblößt das ganze Land."
Die USA reagierten überrascht auf den Protest. "Wir sind enttäuscht, dass die Gruppe sich von einer Maßnahme angegriffen fühlte, der sich Tausende Amerikaner und Besucher jeden Tag an Flughäfen unterziehen müssen", zitiert die "New York Times" Larry Schwartz, den Chef-Kommunikationsberater der US-Botschaft in Islamabad. "Wir wollten damit niemand beleidigen. Im Gegenteil, die Delegation wurde in Washington auf höchster Ebene sehr freundlich empfangen."

Zwei weitere Mitarbeiter der Botschaft, die in dem Bericht nicht namentlich genannt werden, behaupten, sie hätten die pakistanischen Besucher bei der Reisevorbereitung sogar auf die verschärften Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen. Man habe die Gäste darauf aufmerksam gemacht, dass es in den USA keine "VIP-Kultur" gäbe, in der hochrangige Persönlichkeiten anders behandelt würden als Durchschnittsbürger.

Ihre Landsleute feiern die Pakistaner nun als Helden. "Die Leute sollten dankbar sein - ihr habt sie so stolz gemacht", sagte der prominente Talkmaster Hamid Mir in seiner Sendung. Vier der sechs Politiker der Delegation durften in der Show ihre Erlebnisse schildern. "Unsere Landsleute waren sehr irritiert, dass wir in die USA fliegen", sagte Delegationsleiter Afridi der "New York Times" zufolge. "Wir bekamen Drohungen, weil wir in die USA fliegen. Wir haben ein Risiko auf uns genommen, um herauszufinden, ob die USA wirklich daran interessiert sind, Lösungen für Probleme zu finden." Seine Weigerung, in den Nacktscanner zu treten, bereut er nicht.

Und sollten die US-Steuerzahler nun empört sein, dass die Pakistaner ihre Reise bezahlt bekamen, hat Afridi auch dafür eine Lösung. "Wir können die 200 Dollar pro Tag zurückzahlen. Kein Problem."

Freitag, 7. März 2008

Obama-Beraterin beschimpft Clinton als Monster - Rücktritt

Obama-Beraterin beschimpft Clinton als Monster - Rücktritt Aggressive Attacke im Duell der US-Demokraten: Jetzt hat eine der wichtigsten Beraterinnen Barack Obamas die Konkurrentin Hillary Clinton in einem Interview als "Monster" beschimpft - und wurde persönlich. Ihre Verbalattacke kostete sie den Job.

Washington - Für Beobachter in Washington war sie ein heißer Kandidat für einen Regierungsposten im Fall des Wahlsieges von Barack Obama: Samantha Power, eine unkonventionelle Harvard-Professorin, die den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber in außenpolitischen Fragen berät.

Jetzt hat sich die 37-Jährige durch ein Interview mit der schottischen Zeitung "The Scotsman" selbst aus dem Rennen katapultiert. In der Zeitung nannte sie Hillary Clinton, Ex-First-Lady und innerparteiliche Konkurrentin Obamas, mit Bezug auf deren Wahlkampftaktiken ein "Monster". Wörtlich sagte Power der Zeitung zufolge: "Sie ist auch ein Monster - das ist aber jetzt nicht zum Veröffentlichen bestimmt - und sie gibt sich für alles her."

Außerdem sagte Power demnach über Clinton: "Man schaut sie sich an und denkt: Pfui. Aber wenn man arm ist und sie einem Geschichten darüber erzählt, dass Obama einem den Job wegnimmt, funktioniert es vielleicht." Es sei "unschön", mit welchen "Täuschungen" Clinton arbeite.

"Unverzeihliche Bemerkung"

Das Interview war am Montag geführt worden und wurde heute veröffentlicht, obwohl die Harvard-Professorin noch versucht hatte, die Verbreitung zu verhindern. Power entschuldigte sich daraufhin für ihre Äußerungen bei Clinton und auch bei Obama, "der es sehr klar gemacht hat, dass diese Art von Bemerkungen keinen Platz in der amerikanischen Politik haben sollten". Obamas Sprecher Bill Burton sagte, der Senator verurteile derartige Charakterisierungen auf das Schärfste.

Doch die Entschuldigung Powers reichte offenbar nicht aus, denn jetzt ist sie zurückgetreten. Sie habe "unverzeihliche Bemerkungen" gemacht, sagte Power und entschuldigte sich erneut bei Clinton und Obama. Das Obama-Team reagierte nüchtern auf die Entscheidung Powers: "Sie hat sich entschieden, zurückzutreten, und wir akzeptieren dies", sagte Robert Gibbs, Kommunikationsdirektor von Obama. Nach Angaben aus dem Obama-Wahlkampflager gehörte Power zu den unbezahlten Mitarbeitern des Teams.

Sonntag, 11. November 2007

"Warum hälst du nicht die Klappe, Chàvez?"

Ein sehr undiplomatischer Vorfall hat sich beim iberoamerikanischen Gipfel in Chile ereignet. Hugo Chàvez, Präsident von Venezuela und bekannt für seine verbalen Ausfälle, hat sich mit spanischen König Juan Carlos angelegt.

Und dem platzte schnell der königliche Kragen:

Auf dem Lateinamerikanischen Gipfel in Santiago de Chile haben sich Spaniens König Juan Carlos und Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez am Samstag ein ungewöhnlich heftiges Wortgefecht geliefert, in dessen Verlauf der Monarch den venezolanischen Staatschef anfuhr: «Warum halten Sie nicht endlich den Mund?»

Vorausgegangen war eine Rede von Chávez, in der er spanischen Unternehmern vorwarf, den Putschversuch gegen ihn im April 2002 unterstützt zu haben. Dabei bezeichnete er den früheren spanischen Regierungschef José María Aznar erneut als «Faschisten». Daraufhin ergriff der heutige spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero das Wort. «Aznar wurde vom spanischen Volk gewählt und ich verlange Respekt», forderte er unter dem Beifall der Anwesenden.

Chávez versuchte Zapatero wiederholt zu unterbrechen, aber sein Mikrofon war abgeschaltet. Da fuhr der spanische König Juan Carlos den venezolanischen Staatschef scharf an und verließ sichtlich erbost vorübergehend das Plenum des Gipfeltreffens. Der konservative Aznar war ein enger Verbündeter von US-Präsident George W. Bush und unterstützte dessen Krieg im Irak. «Er ist ein Faschist», sagte Chávez in seiner Rede vor den Staatschefs aus Lateinamerika, Spanien und Portugal. «Faschisten sind nicht menschlich. Eine Schlange ist menschlicher.»

Es war nicht der einzige Streit zwischen der spanischen Delegation und Vertretern aus Lateinamerika: Anschließend griff Nicaraguas Präsident Daniel Ortega den spanischen Stromversorger Unión Fenosa an, der in dem zentralamerikanischen Land wegen seiner hohen Tarife Massenproteste ausgelöst hat. Außerdem habe der spanische Botschafter bei vergangenen Wahlen seine konservativen Rivalen unterstützt, kritisierte Ortega.

So ging der Gipfel – der dem Thema der sozialen Gerechtigkeit gewidmet war – mehr mit Zwist denn mit einer konkreten Lösung zu Ende. Die Vertreter von 22 Ländern Lateinamerikas sowie Spaniens, Portugals und Andorras konnten sich nur auf allgemeine Ziele einigen. Die dafür notwendigen Schritte und Strategien wurden jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten weitgehend im Vagen gelassen.

So brachte der Präsident Uruguays, Tabaré Vázquez, seinen argentinischen Amtskollegen Néstor Kirchner in Rage, als er kurz vor Beginn des Gipfels die Betriebsgenehmigung für eine neue, seit Jahren zwischen beiden Ländern umstrittene Papierfabrik erteilte . Argentinien hatte sich besorgt über die Umweltfolgen der an einem gemeinsamen Grenzfluss liegenden Anlage geäußert. «Das war ein Schlag gegen das ganze argentinische Volk», soll Kirchner seinen uruguayischen Kollegen im Hotel angeraunzt haben.