Freitag, 26. November 2010

Brasilien: Schwuler Telenovela-Autor misshandelt

Daniel Sena
Daniel Sena

Er musste Benzin trinken und Dreck essen: Der Autor und Regisseur der schwulen brasilianischen Serie "Apenas Heróis" (Nur Helden) ist von Unbekannten überfallen und vergewaltigt worden - offenbar aus Schwulenhass.

Wie die Zeitung "Correio" berichtet, ist der 24-jährige Daniel Sena am vergangenen Sonntagabend überfallen worden, als er gerade sein Haus in Salvador (Bundesstaat Bahia) verlassen hat. Er wurde von einem jungen Mann niedergeschlagen und gemeinsam mit zwei anderen in eine Seitenstraße gezerrt. Zunächst sagten die Täter: "Wenn du leise bist, passiert dir nichts". Sie zwangen ihr Opfer dann, Benzin zu trinken und auf dem Boden liegenden Schmutz zu essen. Danach versuchten sie, Sena mit einer Eisenstange zu penetrieren. Dabei erklärte einer der drei Männer: "Ein echter Schwuler erträgt den Schmerz. Lass uns sehen, ob du ein echter Schwuler bist". Die Täter ließen erst nach rund zehn Minuten von Sena ab, als ein Lkw-Fahrer die Tat beobachtete und eingriff.
Sena ist sich sicher, dass es die Täter aus Schwulenhass auf ihn abgesehen haben. Seine schwule Serie, die im Web veröffentlicht wird, ist in den Lokalmedien ausführlich besprochen worden. So wurden mehrere Interviews mit Sena von Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen veröffentlicht.

Homohass im Land weit verbreitet




Der erste Teil der Serie


Die Serie "Apenas Heróis" berichtet von den Hoffnungen und Sorgen junger Schwuler.

Brasilien ist das gefährlichste Land für Schwule und Lesben auf dem amerikanischen Kontinent. In den letzten Jahren wurden hunderte Morde verübt, die auf Homohass zurückzuführen sind. Aktivisten warnen deshalb vor einem "Homocaust". Erst vor einer Woche kam es wieder zu Gewalttaten am Rande des CSDs von Rio de Janeiro. Die USA erkannten zuletzt sogar einen schwulen Asylbewerber aus Brasilien an, weil er sich in seiner Heimat nicht mehr sicher fühlen könne.

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